Talent

„Talent kann man nicht trainieren. Entweder man hat es, oder man hat es nicht“.

– Schraudner, Marc

Einige Menschen besitzen in einigen Bereichen extraordinäre Fähigkeiten. Wir bezeichnen dieses können als Talent. Es kommt in vielen verschiedenen Formen und prägt sich meist in nur eine bestimmte Richtung aus. Wirkliche Multitalente sind mir nicht bekannt. Manche Menschen besitzen z.B. ein fotografisches Gedächtnis, das absolute Gehör, oder sind anderen einfach körperlich Überlegen. Talent ist in jeden Fall etwas gegebenes, was nicht durch herkömmliches Lernen, oder gewöhnliche Übung, erlangt werden kann.

Talent im Sport

Talentiert kann man sowohl auf psychischer, als auch als physischer Ebene sein. Es gibt Menschen, die schneller ein Technikverständnis und Bewegungsgefühl entwickeln, als andere. Auch physiologisch sind wir alle verschieden und besitzen unterschiedliche Muskelfaserzusammensetzungen, mehr- oder weniger leistungsstarke Organe, einen jeweils sportartabhängigen, biomechnisch vorteil- oder nachteilhaften Körperbau und ein individuelles Nervensystem. Alles, aber vor allem der physiologische Aspekt ist im Sport von entscheidender Bedeutung. In den meisten Sportarten kommt es vor allem auf zwei Dinge an: Schnelligkeit und Ausdauer!

Natürlich können sowohl Schnelligkeit, als auch Ausdauer trainiert werden, aber nur Menschen bei denen die Grundvoraussetzungen stimmen, können es in die Weltrangliste des Spitzensports schaffen.

Es wird angenommen, dass lediglich 40% der persönlichen Leistungsfähigkeit durch äußere Einflüsse, wie Training erreicht werden kann und 45% genetisch bedingt ist. (15% Stichprobenfehler).

Schnelligkeit

Schnelligkeit ist von folgenden biologischen Voraussetzungen abhängig:

  • Geschwindigkeit der Nervenleitungen für die Reaktionszeit
  • Intramuskuläre Faktoren: Viskosität (Geschmeidigkeit, intramuskulärer Reibungswiderstand, Temperatur), pH-Wert (Übersäuerung des Muskels), synchrone Aktivierung möglichst vieler motorischer Einheiten in einem Muskel (intramuskuläre Koordination)
  • Muskelfaserstruktur: Sie ist gekennzeichnet durch das genetisch bedingte Verhältnis von ST-Fasern (slow twitch fibers = langsam kontrahierend) und FT-Fasern (fast twitch fibers = schnell kontrahierend); Voraussetzung für Schnelligkeitsleistungen ist ein hoher Anteil von FT-Fasern
  • Energiebereitstellung: Unterscheidung in aerob = Energiebereitstellung mit Sauerstoff und anaerob = ohne Sauerstoff; Grundlage für Schnelligkeitsleistungen ist die anaerobe E.bereitstellung durch die Spaltung von ATP & KP (in den ersten Sekunden der Muskelkontraktion = anaerob alaktazid, in der Folge anaerob laktazid)

Die Schnelligkeit der zyklischen Reaktion ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Geschwindigkeit der Einzelbewegungen
  • Kondition, Kraft beim Start (Beschleunigung)
  • Widerstand

Ausdauer

Die Ausdauer wird über die Fähigkeit bestimmt, eine Belastungsintensität über eine geforderte Dauer, aufrecht erhalten zu können. Es ist noch nicht vollständig geklärt, wie groß der Anteil verschiedener Prozesse an der Ausdauerleistungsfähigkeit ist. In Frage kommen unter anderem folgende leistungslimitierende Faktoren:

  • VO2max (oxidative Prozesse: Herz, Sauerstoffgehalt des Blutes, arteriovenöse Druckdifferenz, Kapillarisierung, Enzym- und Mitochondriendichte)
  • Muskelfaserzusammensetzung
  • Pufferkapazität
  • Energiebereitstellung (Flussraten, organische Energiespeicher)
  • Atemmuskulatur (die Lunge selbst ist im Normalfall nicht leistungslimitierend)
  • Wärmeregulation, Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Koordination
  • Hormonelle Aspekte
  • Vegetative Aspekte
  • Psychologische Aspekte
  • Orthopädische Probleme

Der dominante Genpool einiger Regionen

Es gibt immer noch Menschen, die glauben, man könne aus jedem einen Marathon Champion- oder top Sprinter machen. Obwohl einige genetische Tatsachen der Vererbung, wie die Übertragung von bestimmten Krankheiten wissenschaftlich bewiesen ist, tuen sich einige Menschen noch schwer zu glauben, dass es regionale Brutstätten für sportliches Talent gibt.

Nicht jeder schwarze ist schnell, nicht jeder schwarze ist ausdauernd!

Die Weltspitze im Bereich Sprint und Langstrecke zeigt eine Dominanz bestimmter Regionen, einiger Länder, die durch Umweltfaktoren, regionale Gegebenheiten und Training nicht erklärt werden können und eine disziplinspezifische, körperliche, genetische Überlegenheit im Vergleich mit Menschen anderer regionaler Herkunft zeigt.

Schnelligkeit – Westafrika

Menschen schwarzer Hautfarbe mit Wurzeln in west Afrika, vor allem Afroamerikaner und Jamaikaner beanspruchen mehr als 95% aller Bestzeiten im Sprint.

Jeder 100m Sieger seid der Spiele 1983 war schwarz, wie auch jeder Finalist der letzten 10+ Events, mit der Ausnahme von Matic Osovnikar (Slovenien), der 2007 den siebten Platz erreichte und Christophe Lemaitre (Frankreich), der 2016 den dritten Platz machte.

Christophe Lemaitre ist der einzige weiße, der je unter 10 sekunden gelaufen ist und besetzt dennoch lediglich Platz 49. der schnellsten 100m Zeiten.

Ausdauer – Ostafrika

Athleten aus Kenia machen eindrittel der Bestzeiten in Mittel- und Langdistanz Rennen aus. Die meisten aus  aus einer kleinen Region in der Rift Valley, gennant Nandi (ca. 20% der Bevölkerung). Zusammen mit anderen Regionen Ostafrikas, wie Ethiopien, liegt die Dominanz dieser Regionen bei fast 50%

Seit 1983 kein Gewinner europäischer Herkunft über die 5000m

Im Marathon liegt der beste Weisse an 65. Stelle. Der US-Amerikaner Ryan Hall verliert fast drei Minuten auf den Weltrekord des Kenyaners Wilson Kipsang.

Mexikaner (Native Americans), sind am stärksten bei den längsten Rennen, 10,000m und Marathon

Ostasiaten sind fast ausschließlich in den Disziplinen mit den größten Ansprüchen an die Ausdauer, wie Marathons und Ultra- Marathons wettbewerbsfähig.